„Ich fühle mich frei, zu tun und zu lassen,
was ich will.“
„Der schöpferische Akt ist für mich eine Befreiung von einschränkenden Vorstellungen und Erwartungen. Ich tue und lasse, was ich will – aus einem inneren Impuls heraus. Manchmal sind es vage Erinnerungen oder ein loser Gedanke, die sich ihren Weg auf eine Leinwand bahnen. Ein anderes Mal führt mich ein leises Gefühl ins Atelier und ich fange spontan an zu malen. Das Bild zeigt sich mir erst im Malprozess und es ist vollendet, wenn ich seine volle Kraft spüren kann.“
Karen Kiebacks einzigartige Kunstwerke entstehen in einer experimentellen Nass-in-Nass-Technik, die bewusst mit traditionellen Regeln bricht. Mutig kombiniert sie Ölfarbe, Acryl, Schriftfragmente, Fundstücke und unerwartete Materialien, die sich auf ihren Leinwänden zu dynamischen, vielschichtigen Kompositionen voller Energie und Tiefe verbinden. Ihre Werke offenbaren die kraftvolle Erzählung eines inneren Kampfes und zugleich eine triumphierende Befreiung, eine Fähigkeit, die Karen Kieback sowohl technisch meisterhaft als auch emotional tiefgründig umsetzt.
„Karen Kieback entwickelt ihre Malerei aus einem Akt der Befreiung: Nicht die vorab gefasste Idee regiert das Bild, sondern der innere Impuls, der sich im Prozess Bahn bricht – bis jene spürbare „volle Kraft“ erreicht ist, die das Werk abschließt. In ihrer experimentellen Nass-in-Nass-Technik entstehen Bildräume, die wie in Bewegung gefroren wirken: Ölfarbe und Acryl fließen ineinander, bilden Sogzonen, Verdichtungen und Aufbrüche; Schriftfragmente treten als halb erinnerte Stimmen an die Oberfläche, Fundstücke und unerwartete Materialien setzen Widerhaken im Malgrund, an denen sich Bedeutung auflädt. Die Kompositionen sind vielschichtig und energisch, ohne ins bloß Laute zu kippen – sie erzählen von einem inneren Kampf, der nicht im Scheitern endet, sondern in einer triumphierenden Selbstermächtigung.
Philosophisch betrachtet berührt Kieback eine existenzielle Frage: Wie wird Rebellion zur schöpferischen Kraft? Ihre Antwort ist lebensbejahend – das Bild als Heldenreise, als Versuch, Angst zu verwandeln und die Möglichkeit des „Fliegens“ zu behaupten, nicht als Flucht, sondern als Erkenntnis. Besonders gelingt ihr die Balance aus emotionaler Dringlichkeit und technischer Kühnheit; Potenzial liegt darin, die subtile Symbolik noch stärker in wiederkehrenden Leitmotiven zu bündeln, damit die Erzählung seriell nachhallt. Insgesamt zeigt Karen Kieback eine ernsthafte, professionelle Position mit unverwechselbarer Handschrift.“

Dr. Alexander Rácz, Kunsthistoriker, Kurator und Sachverständiger für Kunst
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